Wenn Sodbrennen auftritt: Was verschlimmert Reflux und wie kann man die Verdauung entlasten?

13.4.2026

Artikel

When heartburn strikes: what worsens reflux and how to relieve digestion

Sodbrennen ist eines der häufigsten Verdauungsprobleme. Es äußert sich als unangenehmes Brennen in der Brust oder im Hals und wird in der Regel durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verursacht. Treten diese Symptome regelmäßig auf, kann es sich um eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) handeln, von der nach aktuellen Schätzungen 10–20 % der westlichen Bevölkerung betroffen sind. Eine Reihe von Faktoren trägt zur Entstehung von Reflux bei – von der Ernährung und dem Lebensstil bis hin zur Funktion des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen. Die gute Nachricht ist, dass geeignete Anpassungen der Ernährung und des Lebensstils sowie in einigen Fällen eine gezielte Nahrungsergänzung dazu beitragen können, die Symptome zu lindern und die Verdauungsgesundheit zu unterstützen.

 

Was erfahren Sie in diesem Artikel?

  1. Was ist Reflux und warum tritt er auf?
  2. Warum es nicht nur um „Säureüberlast“ geht
  3. Welche Lebensmittel verschlimmern Reflux?
  4. Welche Lebensmittel können helfen
  5. Die Bedeutung des Lebensstils
  6. Warum Medikamente zwar wirken, aber nicht die eigentliche Ursache bekämpfen
  7. Das Wichtigste auf einen Blick


Was ist Reflux und warum tritt er auf?

Reflux tritt auf, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Dies geschieht meist aufgrund eines geschwächten unteren Ösophagussphinkters, der unter normalen Umständen verhindert, dass Magensäure zurückfließt.


Zu den typischen Symptomen von Reflux gehören:

  • Sodbrennen

  • ein saurer oder bitterer Geschmack im Mund

  • Druckgefühl in der Brust

  • Husten oder Heiserkeit

  • Schluckbeschwerden

Zu diesen Symptomen tragen verschiedene Faktoren bei, zum Beispiel:

  • übermäßiges Essen und große Portionsgrößen

  • Verzehr von fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln

  • Übergewicht oder Adipositas

  • Rauchen

  • Alkoholkonsum

  • späte Abendessen oder das Hinlegen kurz nach dem Essen

  • Mineralstoffungleichgewicht 

 

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Warum es nicht nur um „Säureüberlast“ geht

Sodbrennen wird oft automatisch mit der Vorstellung in Verbindung gebracht, dass der Körper zu viel Magensäure produziert. Diese Sichtweise ist jedoch zu stark vereinfacht und in den meisten Fällen unzutreffend. Reflux wird nicht in erster Linie durch überschüssige Säure verursacht, sondern vielmehr dadurch, dass Mageninhalt dorthin gelangt, wo er nicht hingehört – nämlich zurück in die Speiseröhre.

Kernpunkt: die Funktion des Schließmuskels, nicht der Säuregehalt

Zwischen der Speiseröhre und dem Magen befindet sich der untere Ösophagussphinkter, dessen Aufgabe es ist, den Rückfluss von Nahrung und Säure zu verhindern. Wenn dieser Sphinkter nicht richtig funktioniert oder geschwächt ist, kann es zu Reflux kommen, unabhängig davon, wie viel Säure der Magen produziert. Auch Stress und mechanischer Druck auf den Magenbereich, beispielsweise aufgrund der Körperhaltung, spielen eine wesentliche Rolle.

Stress und Verdauung

In Stresssituationen schaltet der Körper in den „Kampf-oder-Flucht“-Modus, in dem die Verdauung in den Hintergrund tritt. Es kommt zu Veränderungen der Magen-Darm-Motilität, die Magenentleerung kann sich verlangsamen und die Muskelspannung im Bauchbereich nimmt zu.

Stress kann daher indirekt zu Reflux beitragen, indem er die Verdauung stört und die Funktion des unteren Ösophagussphinkters beeinträchtigt. 

Körperhaltung und Druck auf den Magen

Ein häufig unterschätzter Faktor ist zudem die Körperhaltung im Laufe des Tages. Langes Sitzen, eine gekrümmte Rückenhaltung oder ein „zusammengedrückter“ Bauch (z. B. bei der Arbeit am Computer) üben mechanischen Druck auf den Magen aus, der buchstäblich zusammengedrückt wird. Infolgedessen fließt der Mageninhalt leichter zurück in die Speiseröhre. Enge Kleidung im Taillenbereich kann einen ähnlichen Effekt haben. Bei manchen Menschen können Physiotherapie sowie die Arbeit an der Körperhaltung und der Atmung helfen, Reflux zu lindern.

Mineralstoffungleichgewicht

Das Gleichgewicht der Mineralstoffe, insbesondere von Magnesium und Kalium, beeinflusst die ordnungsgemäße Muskelfunktion, einschließlich der des unteren Ösophagussphinkters, der das Zurückfließen von Mageninhalt verhindert. Ein Mangel an diesen Mineralstoffen kann daher dessen Funktion schwächen und das Risiko für Reflux erhöhen.

Niedriger Magensäuregehalt

In den meisten Fällen wird Reflux tatsächlich durch eine geringe Produktion von Magensäure, auch bekannt als Hypochlorhydrie, beeinflusst. Ein Mangel an HCl kann die Verdauung verlangsamen und die Verweildauer der Nahrung im Magen verlängern. Ohne eine ausreichende antimikrobielle Wirkung der Säure können unerwünschte Prozesse wie Gärung auftreten, die zur Bildung von Gasen führen. Diese Gase erhöhen den Mageninnendruck, was den Schließmuskel der Speiseröhre mechanisch schwächt und den Reflux verschlimmert. Dieser Zustand kann auch die Proteinverdauung und die Aufnahme bestimmter Nährstoffe wie Vitamin B12, Kalzium, Zink oder Eisen beeinträchtigen. 

Reflux – Stress

Aus diagnostischer Sicht lässt sich eine verminderte Salzsäureproduktion an Längsrillen auf den Nägeln erkennen. Eine gestörte Verdauung und eine schlechte Nährstoffaufnahme können sich jedoch auch in erhöhter Nagelbrüchigkeit und schlechter Haarqualität äußern, was mit einem Mangel an Nährstoffen zusammenhängt, die für die Keratinproduktion – dem Hauptstrukturprotein der Nägel – unerlässlich sind. 

Wie erkennt man einen niedrigen Magensäuregehalt?
Wie erkennt man einen niedrigen Magensäuregehalt?

Aus diesem Grund ist es bei lang anhaltenden Verdauungsproblemen wichtig, nicht nur die Refluxsymptome selbst, sondern auch den allgemeinen Ernährungszustand des Körpers im Auge zu behalten.

Die Magensäureproduktion kann beispielsweise durch die Einnahme eines Esslöffels Apfelessig mit etwas Wasser (100 ml) unterstützt werden, ebenso wie durch den Verzehr von bitteren Lebensmitteln wie Rucola oder Chicorée oder durch Kräuterbitter (insbesondere Löwenzahnwurzel, Enzian, Wermut, Chicorée und Artischocke), die die Verdauung vor den Mahlzeiten anregen.

 

Welche Lebensmittel verschlimmern Reflux?

Die Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren, die sowohl die Entstehung als auch den Schweregrad von Reflux beeinflussen. Bestimmte Lebensmittel können den unteren Ösophagussphinkter entspannen, die Magensäureproduktion erhöhen oder die Magenentleerung verlangsamen. All diese Mechanismen können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, und zu Sodbrennen beitragen. Studien zeigen, dass Ernährungsumstellungen eine der grundlegenden Maßnahmen zur Behandlung von Refluxsymptomen sind.

 

Fettige und frittierte Speisen

  • Fettreiche Lebensmittel verlangsamen die Magenentleerung und erhöhen den Druck auf den unteren Ösophagussphinkter, was den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre begünstigt. Dazu gehören frittierte Speisen, fettes Fleisch, verarbeitetes Fleisch oder Mahlzeiten, die mit großen Mengen an Fett zubereitet werden. Eine höhere Fettaufnahme kann zudem zur Entspannung des unteren Ösophagussphinkters beitragen.

Stark gewürzte und reizende Lebensmittel

  • Scharfe und stark gewürzte Speisen können die Schleimhaut der Speiseröhre reizen und Sodbrennen verschlimmern, insbesondere bei empfindlicheren Personen.

Säurehaltige Lebensmittel

  • Zitrusfrüchte, Tomaten und Tomatensoßen können die Reizung der Speiseröhre verstärken und dadurch die Refluxsymptome verschlimmern.

Koffeinhaltige Getränke

  • Kaffee, Energy-Drinks oder starker Tee können den Schließmuskel der Speiseröhre entspannen und die Magensäureproduktion anregen.

Kohlensäurehaltige Getränke

  • Der Kohlendioxidgehalt erhöht den Druck im Magen, was ebenfalls zu Reflux führen kann.

Alkohol

  • Alkohol erhöht den Säuregehalt des Mageninhalts, entspannt den Schließmuskel der Speiseröhre und kann die Schleimhaut der Speiseröhre reizen, insbesondere bei Verzehr größerer Mengen.

Schokolade und Minze

  • Beide Lebensmittel können bei empfindlichen Personen die Entspannung des Schließmuskels der Speiseröhre begünstigen und den Reflux verschlimmern.

Große Portionen

  • Große Portionen erhöhen den Druck im Magen und begünstigen Sodbrennen; daher ist es besser, kleinere Mengen zu essen und übermäßiges Essen zu vermeiden, insbesondere am Abend.
    Da die Empfindlichkeit gegenüber einzelnen Lebensmitteln jedoch variiert, ist es wichtig, die eigenen Reaktionen zu beobachten und spezifische Auslöser zu identifizieren.

Reflux

Welche Lebensmittel können helfen

Zwar gibt es keine allgemeingültige Diät, doch werden manche Lebensmittel im Allgemeinen besser vertragen und können dazu beitragen, Refluxsymptome zu lindern. Es ist ratsam, Lebensmittel zu sich zu nehmen, die generell die Funktion des unteren Ösophagussphinkters unterstützen. Dazu gehören Eiweiß (insbesondere fettärmere Varianten wie Hähnchen, Pute oder Fisch) und Gemüse im Allgemeinen (insbesondere Blattgemüse).

Wir empfehlen Ihnen außerdem, ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen, da Ballaststoffe die Verdauung unterstützen und das Risiko von übermäßigem Essen verringern können, was ein häufiger Auslöser für Reflux ist. Sie können daher Hafer, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder mehr Gemüse in Ihre Ernährung integrieren.

Alkalisierende und weniger säurehaltige Obst- und Gemüsesorten können ebenfalls ein geeigneter Bestandteil der Ernährung bei Reflux sein. Diese Lebensmittel reizen in der Regel die Schleimhaut der Speiseröhre nicht und können bei Sodbrennen zu einer besseren Verträglichkeit der Nahrung beitragen. Gemüse wird im Allgemeinen gut vertragen, insbesondere Sorten wie Brokkoli, Spargel, grüne Bohnen oder Karotten, die zudem reich an Ballaststoffen und anderen nützlichen Nährstoffen sind.

Unter den Obstsorten werden weniger säurehaltige Sorten bei Reflux in der Regel besser vertragen, wie beispielsweise Bananen, Äpfel oder Melonen. Diese Obstsorten sind weniger säurehaltig als beispielsweise Zitrusfrüchte und verschlimmern daher bei vielen Menschen die Symptome nicht. Darüber hinaus liefern sie Vitamine, Antioxidantien und Ballaststoffe, die die allgemeine Verdauungsgesundheit unterstützen.

Reflux – Lebensmittel
Lebensmittel bei Reflux


Die Bedeutung des Lebensstils

Neben der Ernährung selbst spielen auch Ihre Essgewohnheiten und Ihr Lebensstil eine wichtige Rolle. Übermäßiges Essen, Essen in Eile oder unter Stress sowie Essen kurz vor dem Schlafengehen verschlimmern die Reflux-Symptome. Wir empfehlen Ihnen daher, Folgendes zu versuchen:

  • Essen Sie langsam und in Ruhe und kauen Sie jeden Bissen gründlich.

  • Essen Sie über den Tag verteilt häufiger kleinere Portionen.

  • Bitte nicht während der Mahlzeiten oder kurz vor dem Essen einnehmen

  • Vermeiden Sie es, mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen zu essen

  • bleiben Sie nach den Mahlzeiten aufrecht

  • ein gesundes Körpergewicht aufrechterhalten

Reflux – Tipps zur Linderung
Reflux – Tipps zur Linderung


Warum Medikamente zwar wirken, aber nicht die eigentliche Ursache bekämpfen

Säurehemmende Medikamente (z. B. Protonenpumpenhemmer – PPI) sorgen oft für Linderung, da sie die reizende Wirkung des Mageninhalts verringern. Sie gehen jedoch nicht auf die eigentliche Ursache des Refluxes ein – nämlich die Funktion des Schließmuskels, die Ernährungsgewohnheiten oder den Lebensstil. Infolgedessen kehren die Symptome oft zurück, sobald die Einnahme beendet wird. Die Behandlung sollte daher einen umfassenden Ansatz beinhalten, der sich auf Änderungen der Ernährung und des Lebensstils konzentriert.

Die langfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) kann hingegen zu einer verminderten Magensäureproduktion führen, was sich wiederum negativ auf die Verdauung auswirken kann. Ein niedriger Magensäurespiegel kann zu einer unzureichenden Proteinverdauung oder einer beeinträchtigten Aufnahme bestimmter Nährstoffe führen. Eine verminderte Magensäure stört zudem die natürliche Barriere des Körpers gegen Mikroorganismen, was zu einer bakteriellen Überbesiedelung des Dünndarms (einem als SIBO bekannten Zustand) und zur Entwicklung einer Darmdysbiose beitragen kann.

 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Reflux wird nicht in erster Linie durch einen Überschuss an Salzsäure im Magen verursacht, sondern durch eine Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters.
  • Reflux wird auch durch Stress, Körperhaltung und Druck auf den Magen beeinflusst.
  • Eine geringe Magensäureproduktion (Hypochlorhydrie) kann Reflux verschlimmern, indem sie die Verdauung verlangsamt, den Mageninnendruck erhöht und den Schließmuskel schwächt.
  • Die Ernährung ist entscheidend – fettige Speisen, Alkohol und große Portionen verschlimmern die Symptome oft.
  • Die Aufnahme von Proteinen, Ballaststoffen sowie mehr basischen Obst- und Gemüsesorten kann hilfreich sein. Auch der Lebensstil spielt eine Rolle – kleinere Portionen, der richtige Zeitpunkt der Mahlzeiten (keine Mahlzeiten 3 Stunden vor dem Schlafengehen) und Stressbewältigung sind allesamt von Bedeutung.
  • Die langfristige Einnahme von Medikamenten (PPI) kann zwar die Symptome lindern, bekämpft jedoch nicht die Ursache und kann die Aufnahme wichtiger Nährstoffe (z. B. Vitamin B12 und Eisen) beeinträchtigen.
  • Die Magensäureproduktion kann auf natürliche Weise unterstützt werden, beispielsweise durch Apfelessig oder bittere Lebensmittel (Rucola, Chicorée) vor den Mahlzeiten.

Quellen:

https://www.lifeextension.com/wellness/lifestyle/nail-ridges

https://easyhealthyfoods.com/what-are-trigger-foods-for-gerd/?utm

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4223119/?utm

https://health.clevelandclinic.org/gerd-diet?utm

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22146488/

https://link.springer.com/article/10.1186/s12931-024-02783-5?utm

 

Häufig gestellte Fragen