Wenn der Winter naht und mit ihm kältere Temperaturen und die ersten kalten Tage, sind viele von uns anfällig für Erkältungen. Eine Erkältung dauert in der Regel etwa eine Woche, und seit jeher ist Vitamin C unser Mittel der Wahl.
Artikel im Überblick:
- Skorbut: Vitamin-C-Mangel im Laufe der Geschichte
- Was ist die Hauptfunktion von Vitamin C im Körper?
- Unverzichtbarer Nährstoff für die Kollagenproduktion
- Die Bedeutung für den Aminosäurestoffwechsel
- Kann Vitamin C Herzkrankheiten vorbeugen?
Skorbut: Vitamin-C-Mangel im Laufe der Geschichte
Seit Jahrhunderten haben sich Ärzte und Entdecker auf die Suche begeben, um die Geheimnisse hinter den schwächenden Krankheiten zu lüften, die Seefahrer plagten und ihren Körpern und Seelen schwer zusetzten.
Dank ihrer Bemühungen wissen wir heute, dass diese Krankheiten oft auf einen chronischen Vitamin-C-Mangel zurückzuführen waren, der durch den fehlenden Zugang zu frischem Obst und Gemüse verursacht wurde. Der früheste bekannte Fall, in dem saure Zitronen zur Behandlung von Skorbut während einer Pazifikreise verwendet wurden, geht auf das Jahr 1593 zurück.
Auch wenn Skorbut heute zwar nicht mehr weit verbreitet ist, kann ein Vitamin-C-Mangel dennoch erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen, darunter eine erhöhte Anfälligkeit für verschiedene Infektionen und eine beeinträchtigte Wundheilung. Zudem wird er mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht, bei denen oxidativer Stress eine Rolle spielt.
Was ist die Hauptfunktion von Vitamin C im Körper?
Vitamin C (Ascorbat) hat viele Funktionen im gesamten Körper, und in allen Zelltypen ist eine geringe Menge davon zu finden. Als Antioxidans schützt Vitamin C vor durch oxidativen Stress verursachten Zellschäden, indem es reaktive Sauerstoffspezies abfängt. In hohen Konzentrationen ist es in den meisten Immunzellen vorhanden, was es zu einem wichtigen Nährstoff für unser Immunsystem macht.
Vitamin C ist an der Bildung der Hautbarriere und des Kollagens in der Dermis beteiligt. Es spielt eine physiologische Rolle beim Schutz der Haut vor Oxidation, bei der Bekämpfung von Falten und bei der Regulierung der zellulären Signalwege für Wachstum und Differenzierung. Diese Prozesse stehen im Zusammenhang mit dem Auftreten und der Entwicklung verschiedener Hauterkrankungen.
Vitamin C regt außerdem die Bildung weißer Blutkörperchen an und unterstützt die Zerstörung von Zellen, die bereits unerwünschte Krankheitserreger aufgenommen haben und beseitigt werden müssen. Zudem hilft es, Müdigkeit zu verringern, und höhere Dosen von Vitamin C können dazu führen, dass eine Erkältung schneller abklingt.

Unverzichtbarer Nährstoff für die Kollagenproduktion
Vitamin C ist ein absolut unverzichtbarer Cofaktor für Enzyme, die an der Synthese von Kollagen beteiligt sind – einem Protein, das für die Gesundheit von Stützgewebe, Knochen, Knorpel, Gelenken, Blutgefäßen und Haut entscheidend ist. Deshalb werden Gelenk- und Muskelschmerzen oft mit einem Vitamin-C-Mangel in Verbindung gebracht. Zudem kann der Prozess der Epithelisierung und Wundheilung beeinträchtigt werden, da eine ausreichende Kollagensynthese in den Hautzellen für die Reparatur des Hautgewebes notwendig ist.
Die Bedeutung für den Aminosäurestoffwechsel
Vitamin C dient außerdem als Cofaktor bei der Biosynthese von Carnitin, einem Molekül, das für die Oxidation von Fettsäuren benötigt wird. Darüber hinaus ist Ascorbinsäure für einen normalen Tyrosinstoffwechsel notwendig, der Aspekte wie das Gedächtnis und die Leistungsfähigkeit in Stresssituationen beeinflusst. Viele Neurotransmitter werden aus Aminosäuren gebildet, wobei Tyrosin als Vorläufer für Neurotransmitter wie Noradrenalin oder Dopamin dient.
Kann Vitamin C Herzkrankheiten vorbeugen?
Vitamin C hat sich als wirksames Mittel zur Senkung des Gesamtcholesterinspiegels im Serum erwiesen, da es den ersten Schritt im Cholesterinstoffwechsel zu Gallensäuren anregt. Einige Studien deuten zudem darauf hin, dass Vitamin C das Fortschreiten von Atherosklerose (Arterienverkalkung) verlangsamen kann. Seine starke antioxidative Wirkung kann die schädliche Oxidation von Fetten wie Cholesterin und mehrfach ungesättigten Fettsäuren verhindern. Tatsächlich ist es die oxidierte Form dieser Verbindungen, die sich leicht in den Arterien ablagert. Außerdem verbessert Vitamin C nachweislich die Eisenaufnahme, indem es Nicht-Häm-Eisen bindet und in einer Form speichert, die vom Körper leichter aufgenommen werden kann.